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Bluthochdruck: Welche Werte sind erstrebenswert? Was sollte man beim Messen beachten?

Bluthochdruck ist eine Zivilisationskrankheit, von der allein in Deutschland ca. 20 bis 30 Millionen Menschen betroffen sind, so lauten zumindest die Angaben der Deutschen Hochdruckliga e.V. - Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention (DHL). Spätestens seit der sogenannten SPRINT-Studie aus den USA, deren Ergebnisse dazu geführt haben, dass die Fachgesellschaften in Kanada, Australien, Österreich und nicht zuletzt auch die International Society of Hypertension (ISH) für eine stärkere Blutdrucksenkung und damit notwendig ebenfalls für einen stärkeren Medikamenteneinsatz plädieren, ist ein Streit über die Zielwerte in der Bluthochdruckbehandlung entbrannt. Die DHL jedenfalls zeigt sich skeptisch gegenüber Bestrebungen zur Zielwertkorrektur, was unter anderem auch am in der SPRINT-Studie eingesetztem Messverfahren liegt.

Hintergrundinformationen zum Bluthochdruck

Bei Bluthochdruck (»arterielle Hypertonie«) handelt es sich um eine Erkrankung des Gefäßsystems, die zum Teil große lebensbedrohliche Risiken mit sich bringt. Dies insbesondere deshalb, weil sie in rund ein Fünftel der Fälle unerkannt bleibt. Beispielsweise wären schätzungsweise bis zu 50 Prozent der Herzinfarkte und Schlaganfälle vermeidbar, würde Bluthochdruck rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Ein zu hoher Blutdruck liegt grundsätzlich dann vor, wenn dauerhaft ein bestimmter Schwellenwert überschritten wird.

Die entscheidende Frage ist nun: Ab welchen Schwellenwerten spricht man von Bluthochdruck? Ein normaler Blutdruck ist laut hiesigen Richtlinien gegeben, wenn er konstant bei ca. 120/80 mmHg oder leicht darunter liegt und nicht höher als bis zu Werten von 129/84 mmHg steigt. Von Hypertonie, also Bluthochdruck, spricht man nun bei Werten oberhalb von 140/90 mmHg. Alle Werte oberhalb von 179/109 mmHg indizieren eine schwere Hypertonie.

In der angesprochenen SPRINT-Studie wurde festgestellt, dass eine starke Blutdrucksenkung auf unter 120 mmHg einen besseren Schutz vor Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und Herz-Kreislauf-Tod darstellt als die bisherige Empfehlung, lediglich Werte unterhalb von 140/90 mmHg zu erreichen. Die Ergebnisse seien laut der DHL allerdings nur für bestimmte Patienten gültig, die vor allem ein hohes kardiovaskuläres Risiko, kein Diabetes mellitus, keinen Schlaganfall oder aber eine orthostatische Hypertonie haben. Die radikale Blutdruckabsenkung auf Werte unterhalb von 120/80 mmHg führe zudem notwendigerweise zu einer erhöhten Medikation und diese ihrerseits zu starken Nebenwirkungen, insbesondere bei der Nierenfunktion.

Die Empfehlung einer Task Force der DHL lautet insofern, die Zielwerte von unter 140/90 mmHg bei Bluthochdruckpatienten beizubehalten und nur bei Patienten mit erhöhtem kardiovaskulären Risiko - Schlaganfallpatienten ausgenommen - nach unten zu korrigieren.

Das Problem mit der Messung des Blutdrucks

Die meisten Hypertonie-Patienten nutzen heute ergänzend zur sogenannten Praxismessung ein eigenes Blutdruckmessgerät zur Kontrolle ihres Blutdrucks. Dies ist sehr sinnvoll, da man mittlerweile gut nachweisen kann, dass die Messwerte in der Praxismessung in der Regel etwas höher ausfallen als bei der Selbstmessung. Dies liegt schlichtweg daran, dass das Stresslevel bei der Praxismessung höher ist und somit auch der Blutdruck. Insofern gelten für die Selbstmessung Werte von 135/85 mmHg, so die DHL. Die zuverlässigsten Ergebnisse liefere die 24-Stunden-Blutdrucklangzeitmessung. Hier seien Zielwerte von gar 130/80 mmHg empfehlenswert.
In der SPRINT-Studie wurde dagegen mittels eines neuen Verfahrens gemessen, einer automatisierten Praxisblutdruckmessung. Dabei wurde der Blutdruck mit einem automatisierten Gerät im Abstand von fünf Minuten erhoben. Die Patienten befanden sich dabei alleine in einem abgetrennten Raum. Folglich seien die damit gemessenen Werte mit den konventionell gemessenen nicht vergleichbar, so die DHL. Letztlich bedarf es noch weiterer Forschung. Die Empfehlungen der DHL zum Zielblutdruck (2017) können hier nachgelesen werden.   

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